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Energie-Nachrichten

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Ausgabe Nr. 56

Energie-Nachrichten

Die wichtigsten Entwicklungen für Ihr Geschäft

Montag, 27.07.2026

Neu · Audio-Ausgabe

Energienachrichten als Audio

Dauer: ca. 4 Minuten · Sprache: Deutsch · Nachrichten-Sprecher

Automatisch erstellt aus dem Newsletter-Inhalt vom 27.07.2026. Die Audio-Datei bleibt 10 Tage verfügbar.

Großprojekte & Projektentwicklung

Großprojekte & Projektentwicklung Erneuerbare Energien 2026

Neuruppin baut 32-Millionen-Euro-Geothermie für 9.000 Haushalte

In Deutschland gewinnt die Tiefengeothermie als Wärmequelle an Tempo. In Neuruppin (Brandenburg) beginnt im Frühjahr 2027 der Bau einer Anlage für rund 32 Millionen Euro, die bis zu 9.000 Haushalte mit Wärme versorgen soll. In Pullach (Bayern) investiert der örtliche Versorger rund 80 Millionen Euro in eine zweite Bohrstelle, die 120 Grad Celsius heißes Wasser aus 4 bis 5 Kilometern Tiefe fördert. Seit 1984 gingen bundesweit 45 Tiefengeothermieanlagen in Betrieb; aktuell liegen dem Bundesverband Geothermie rund 180 neue Aufsuchungserlaubnisse vor. Für Energieberater wird Geothermie damit zu einer planbaren Option in kommunalen Wärmekonzepten, zumal das Geothermiebeschleunigungsgesetz die Genehmigungen strafft.

Quelle: Solarserver

Regularien & Gesetze

Regularien & Gesetze Erneuerbare Energien 2026

Netzpaket: Redispatch-Vorbehalt gefährdet Entschädigung neuer Solaranlagen

Der Referentenentwurf zum Netzpaket sieht einen Redispatch-Vorbehalt vor: Verteilnetzbetreiber könnten Gebiete ausweisen, in denen im Vorjahr mehr als 3 Prozent der möglichen Einspeisung abgeregelt wurde. Neue Anlagen in solchen Gebieten hätten dann zehn Jahre lang keinen Anspruch auf Redispatch-Entschädigung. Dabei entfielen 2025 nur 0,7 Prozent des gesamten Redispatch-Volumens von 40,3 Terawattstunden auf die Photovoltaik. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt, Planung und Finanzierung neuer Projekte wären in weiten Teilen Deutschlands kaum noch möglich. Für Energieberater ist entscheidend: Standorte in kapazitätslimitierten Netzgebieten müssten künftig vor jeder Investitionsentscheidung genau geprüft werden. Die Verbändeanhörung läuft seit dem 17. Juli 2026.

Quelle: PV Magazine

EEG-Reform: Kleine Wasserkraft unter 25 kW verliert die Vergütung

Der Gesetzesentwurf zur EEG-Reform sieht vor, die feste Einspeisevergütung künftig nur noch für Wasserkraftanlagen mit mehr als 25 Kilowatt Leistung zu gewähren. Allein in Hessen betreibt die Branche 492 Wasserkraftanlagen, davon 252 mit weniger als 25 Kilowatt. Der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke warnt, dass mittelfristig rund 300 hessische Anlagen vor dem Aus stünden, sollte der Entwurf unverändert in Kraft treten. Für Energieberater mit Kunden im Bereich kleiner Laufwasseranlagen bedeutet das: Bestandsanlagen unter 25 Kilowatt brauchen früh eine Prüfung alternativer Erlösmodelle wie Eigenverbrauch, Direktvermarktung oder regionale Lieferverträge. Die Branche fordert im laufenden Verfahren Nachbesserungen für den Anlagenbestand.

Quelle: hessenschau

Markt & Wirtschaft

Markt & Wirtschaft Erneuerbare Energien 2026

BSW: PV-Nachfrage bei Privatkunden droht um zwei Drittel einzubrechen

Im ersten Halbjahr 2026 wurde in Deutschland rund 9 Prozent mehr Solarleistung installiert als im Vorjahreszeitraum, getragen vor allem von Freiflächenanlagen. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt jedoch, dass die geplante EEG-Novelle die Nachfrage bei Privathaushalten und Kleingewerbe um mehr als zwei Drittel einbrechen lassen könnte. Als Gründe nennt der Verband wegfallende Vergütungen, niedrige Börsenstrompreise und Unsicherheit. Statt der erwarteten über 400.000 zusätzlichen Direktvermarktungsfälle im Segment bis 100 Kilowatt rechnet er nur noch mit rund 90.000 pro Jahr. Für Energieberater heißt das: Eigenverbrauch, Speicher und Wärmepumpen werden zum wichtigsten Argument für die Wirtschaftlichkeit kleiner Dachanlagen.

Quelle: BSW-Solar

AMPYR steigt in den deutschen Gewerbe-Solarmarkt ein

Der auf dezentrale Erneuerbare spezialisierte Anbieter AMPYR Distributed Energy weitet sein Geschäft auf Deutschland aus und zielt auf Solaranlagen für Gewerbe- und Industriekunden. Das Unternehmen bietet schlüsselfertige Aufdach- und Freiflächenlösungen samt Finanzierung und langfristigen Stromlieferverträgen an. In Großbritannien hat AMPYR bereits Verträge über 50 Megawatt erneuerbare Erzeugungsleistung an rund 50 Standorten geschlossen und überträgt dieses Modell nun auf den deutschen Markt. Für Energieberater zeigt der Markteintritt, dass internationale Investoren gewerbliche Aufdachanlagen mit langfristigen Stromlieferverträgen in Deutschland trotz der laufenden Förderdebatte weiter als tragfähiges Geschäft einstufen.

Quelle: PV Magazine

Technik & Innovation

Technik & Innovation Erneuerbare Energien 2026

Neues Montagesystem bringt Photovoltaik auf Gabionenwände

Der Systemhersteller Diconal hat gemeinsam mit Wi Solar und dem Gabionenbauer Karl Ditandy ein Montagesystem entwickelt, das Solarmodule an Gabionenwänden befestigt. Solche mit Steinen gefüllten Drahtkörbe stehen an Lärmschutz- und Stützwänden, zur Hangsicherung oder als Sichtschutz. Eine Klemmkonstruktion mit Langlöchern gleicht die Maßtoleranzen der unregelmäßigen Flächen aus; für eine modulgerechte Belegung ist eine Wandhöhe von mindestens 3 Metern nötig. In Bingen wurden bereits neun Module praktisch verbaut, die baupraktische Prüfung ist abgeschlossen. Für Energieberater erschließt das System bislang ungenutzte vertikale Flächen entlang von Verkehrswegen und in Gewerbegebieten für die Stromerzeugung.

Quelle: PV Magazine

UPLIFT: Mikro-Bohrturbine soll Geothermie tiefer erschließen

Im EU-Forschungsprojekt UPLIFT erprobt ein Konsortium um das GFZ Helmholtz-Zentrum und das Fraunhofer IEG eine neue Bohrtechnik für die Geothermie. Eine unter 4 Zentimeter dünne, wassergetriebene Mikro-Bohrturbine erzeugt Seitenbohrungen, die 5- bis 10-mal tiefer ins Gestein reichen als übliche Perforationen, bei einem Vortrieb von rund 1 Meter pro Stunde. Ziel ist es, bestehende Bohrungen leistungsfähiger zu machen und das wirtschaftliche Risiko neuer Projekte zu senken. Die EU fördert das Vorhaben mit rund 10,9 Millionen Euro bei einem Gesamtbudget von 12,2 Millionen Euro; die Laufzeit reicht von Mai 2026 bis April 2030. Eine erste Testbohrung entsteht in 3 Kilometern Tiefe in Tschechien.

Quelle: Solarserver

Zahl der Woche Ausgabe Nr. 56

Zahl der Woche

430 Mio. €

430 Millionen Euro: Rekordverluste durch negative Strompreise

Im ersten Halbjahr 2026 gab es in Deutschland 291 Stunden mit negativen Strompreisen — mehr als im zweiten Halbjahr 2025 mit 184 Stunden, aber weniger als im ersten Halbjahr 2025 mit 389 Stunden. Die rechnerischen Erlösverluste der Stromerzeugung in diesen Stunden erreichten mit rund 430 Millionen Euro einen Rekordwert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung wertet dies als Zeichen, dass Speicher und Flexibilität nicht mit dem Ökostromausbau Schritt halten. (Quelle: DIW Berlin, Energiewende-Monitor, Wochenbericht 30/2026)

Quelle: DIW

Fördermittel & Ausschreibungen

Fördermittel und Ausschreibungen Ausgabe Nr. 56

Neue BEG-Regeln: Klimabonus für Wärmepumpen sinkt auf 16 Prozent

Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Regeln der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Der Klimageschwindigkeitsbonus für den Heizungstausch sinkt von 20 auf 16 Prozent und wird bis August 2028 schrittweise abgeschmolzen. Die maximale Förderquote liegt bei 70 Prozent, für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 Euro weiterhin bei 80 Prozent. Förderfähig sind Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Künftig sind natürliche Kältemittel Voraussetzung für die Förderung. Für Energieberater wichtig: Bestehende KfW-Bestätigungen bleiben sechs Monate gültig, BAFA-Projektbeschreibungen verlieren ihre Gültigkeit nach dem 20. Juli 2026 — Kunden sollten Anträge zeitnah prüfen.

Quelle: Solarserver

EEG 2027: Biogasbranche fürchtet Sterbepfad für Bestandsanlagen

Die Bioenergiebranche kritisiert den Entwurf zum EEG 2027 als unzureichend für Biogas-Bestandsanlagen, deren Vergütung ausläuft. Sandra Rostek vom Hauptstadtbüro Bioenergie spricht von einem Sterbepfad für den Anlagenbestand, weil verlässliche Anschlussregelungen fehlten. Dabei ließe sich allein durch die Flexibilisierung des vorhandenen Biogasanlagenbestands kurzfristig eine gesicherte, steuerbare erneuerbare Leistung von 12 Gigawatt bereitstellen. Für Energieberater mit landwirtschaftlichen Kunden ist das relevant: Ohne Anschlussförderung droht vielen Biogasanlagen nach dem Vergütungsende die Stilllegung, was regionale Wärmekonzepte und die Netzstabilität schwächt. Die Branche fordert im Verfahren verbindliche Perspektiven für den Bestand.

Quelle: ZFK

 

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